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<title>Heliakisch</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Heliakisch</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Heliakisch</b> (auch „<i>Morgenerst</i>“<sup id="cite_ref-D428_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-D428-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und „<i>Morgenletzt</i>“<sup id="cite_ref-D428_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-D428-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) ist ein Oberbegriff der <a href="Astronomie" title="Astronomie">Astronomie</a> und bedeutet „zur aufsteigenden <a href="Sonne" title="Sonne">Sonne</a> gehörend“. Die Bezeichnung wird im Zusammenhang mit der <a href="Kulmination_(Astronomie)" title="Kulmination (Astronomie)">Kulmination</a> sowie dem <a href="Sichtbarkeit_(Astronomie)" title="Sichtbarkeit (Astronomie)">Auf- und Untergang</a> von <a href="Astronomisches_Objekt" title="Astronomisches Objekt">Himmelskörpern</a> in der Morgen<a href="D%C3%A4mmerung" title="Dämmerung">dämmerung</a> benutzt, insbesondere bezüglich von <a href="Stern" title="Stern">Sternen</a>, <a href="Planet" title="Planet">Planeten</a> und dem <a href="Mond" title="Mond">Mond</a>. Die seit der <a href="Antike" title="Antike">Antike</a> verwendeten Bezeichnungen „<a href="Morgenerst_und_Morgenletzt" class="mw-redirect" title="Morgenerst und Morgenletzt">Morgenerst</a>“ und „Morgenletzt“, die als <a href="Synonym" title="Synonym">Synonym</a> für „heliakisch“ stehen, werden hauptsächlich in der <a href="Astrologie" title="Astrologie">Astrologie</a> verwendet.
</p><p>Die <a href="Scheinbare_Helligkeit" title="Scheinbare Helligkeit">scheinbare Helligkeit</a> des Himmelskörpers und die jeweilige Dämmerungsdauer bestimmen, an welchem Tag
</p>
<ul><li>ein im <a href="Osten" title="Osten">Osten</a> aufgehender Stern oder Planet erstmals („Morgenerst“) bzw.</li>
<li>ein im <a href="Westen" title="Westen">Westen</a> untergehender <a href="Innerer_Planet" class="mw-redirect" title="Innerer Planet">innerer Planet</a> oder der im Osten aufgehende Mond letztmals („Morgenletzt“)</li></ul>
<p><a href="Frei%C3%A4ugig" title="Freiäugig">mit bloßem Auge</a> in der Morgendämmerung erkennbar ist.
</p><p>Der gegenteilige, auf die Abenddämmerung bezogene Begriff ist <a href="Akronychisch" title="Akronychisch">akronychisch</a> (auch „Abenderst“ und „Abendletzt“).
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Heliakischer_Auf-_und_Untergang_sowie_heliakische_Kulmination">Heliakischer Auf- und Untergang sowie heliakische Kulmination</h2></div>
<p>Da die <a href="Erde" title="Erde">Erde</a> die Sonne einmal im <a href="Tropisches_Jahr" title="Tropisches Jahr">Jahr</a> umrundet, bewegt sich die Sonne von der Erde aus gesehen einmal im Jahr auf der <a href="Ekliptik" title="Ekliptik">Ekliptik</a> durch den <a href="Sternenhimmel" title="Sternenhimmel">Sternenhimmel</a>. Die Sterne gehen täglich etwa vier Minuten früher auf (/unter) als die Sonne. Ihr heliakisches Auftauchen über den <a href="Horizont" title="Horizont">Horizont</a> ist mit bloßem Auge erst einige Tage nach der Passage in der Morgendämmerung erkennbar, weil der Stern dann früher aufgeht als die Sonne und der Himmel noch nicht vom Sonnenlicht überstrahlt ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bedeutung_im_Alten_Ägypten"><span id="Bedeutung_im_Alten_.C3.84gypten"></span>Bedeutung im Alten Ägypten</h3></div>
<p>Besonders wichtig war der heliakische Aufgang des <a href="Sirius" title="Sirius">Sirius</a> im <a href="Altes_%C3%84gypten" title="Altes Ägypten">Alten Ägypten</a> als <i>Bringer der <a href="Nilschwemme" title="Nilschwemme">Nilflut</a></i>. Beide Ereignisse fielen ab etwa 2000&nbsp;v.&nbsp;Chr. zusammen. Vorher war der heliakische Sirius-Aufgang wegen der <a href="Pr%C3%A4zession" title="Präzession">Präzession</a> der Erde zu früh für die Nilflut. Für die Ägypter begann mit der Nilflut die für den Anbau und die Aussaat wichtige Bewässerung und Versorgung mit dem <a href="Nilschlamm" title="Nilschlamm">Nilschlamm</a>. Mit dem heliakischen Sirius-Aufgang war zudem das <a href="Sothis-Fest" title="Sothis-Fest">Neujahrsfest</a> gekoppelt (siehe <a href="Sothis-Zyklus" title="Sothis-Zyklus">Sothis-Zyklus</a>). In <a href="Sumer" title="Sumer">Sumer</a>, <a href="Assyrien" title="Assyrien">Assyrien</a> und <a href="Babylonien" title="Babylonien">Babylonien</a> übernahmen einige Sterne mit ihrem heliakischen Aufgang wichtige Funktionen als Signalgeber für den landwirtschaftlichen Kalender.
</p><p>Ein Stern, der annähernd in <a href="Opposition_(Astronomie)" title="Opposition (Astronomie)">Opposition</a> zur Sonne steht, geht heliakisch unter, kurz bevor diese aufgeht. Diese Ereignisse haben in der Chronologie nicht die Bedeutung erlangt wie die erstmals im Osten sichtbaren <i>Morgensterne</i> (heliakischer Aufgang). Die obere heliakische <a href="Kulmination_(Astronomie)" title="Kulmination (Astronomie)">Kulmination</a> bezeichnet den Zeitpunkt in der Morgendämmerung, zu dem ein Stern in seiner täglichen Bewegung die größte <a href="Vertikalwinkel" title="Vertikalwinkel">Höhe</a> über dem Horizont erreicht beziehungsweise bei der unteren Kulmination die kleinste Höhe. In der <a href="%C3%84gyptische_Astronomie" class="mw-redirect" title="Ägyptische Astronomie">altägyptischen Astronomie</a> wurde den oberen heliakischen Kulminationen der <a href="Dekan-Stern" class="mw-redirect" title="Dekan-Stern">Dekan-Sterne</a> große Bedeutung beigemessen (siehe <a href="Naos_der_Dekaden#Dekadenliste" title="Naos der Dekaden">Naos der Dekaden</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heliakische_Aufgänge_der_Venus"><span id="Heliakische_Aufg.C3.A4nge_der_Venus"></span>Heliakische Aufgänge der Venus</h3></div>
<p>Die scheinbare Relativbewegung zwischen Sonne und Planeten ist nur bei den <a href="Unterer_und_oberer_Planet" title="Unterer und oberer Planet">oberen</a> Planeten ähnlich wie bei den Sternen (aber <a href="Rechtl%C3%A4ufig_und_r%C3%BCckl%C3%A4ufig#Scheinbare_rechtläufige_und_rückläufige_Bewegung" title="Rechtläufig und rückläufig">rückläufige</a> Bewegung / <a href="Planetenschleife" title="Planetenschleife">Planetenschleife</a>, wenn sich diese in Opposition zur Sonne befinden). Gänzlich anders sind die Verhältnisse bei den unteren Planeten <a href="Merkur_(Planet)" title="Merkur (Planet)">Merkur</a> und <a href="Venus_(Planet)" title="Venus (Planet)">Venus</a>, von denen die heliakischen Ereignisse der Venus wegen derer großen Helligkeit die bedeutenderen sind.
</p><p>Die Venus (und der Merkur) wird nicht wie die Sterne und die oberen Planeten periodisch von der Sonne am Himmel scheinbar überholt. Sie ist maximal für etwa vier Stunden abwechselnd am Morgen- und am Abendhimmel, aber niemals in der Mitte der Nacht zu sehen, denn sie kann nicht in Opposition zur Sonne treten.
</p><p>Ihre Sichtbarkeit als Morgenstern wird durch zwei heliakische Aufgänge begrenzt, einem erstmals und einem letztmals sichtbaren. Bei den Sternen gibt es im Jahr immer nur einen erstmals sichtbaren Aufgang.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heliakischer_Aufgang_des_Mondes">Heliakischer Aufgang des Mondes</h3></div>

<p>So wie die Sonne die Sterne einmal im Jahr überholt, wird diese vom Mond einmal im <a href="Lunation" title="Lunation">Monat</a> überholt. Das bedeutet, dass der abnehmende Mond früher aufgeht als die Sonne, bevor er diese überholt hat. Kurz vor dem Einholen sieht man ihn letztmals in der Morgendämmerung im Osten aufgehen, was auch als das „Morgenletzt“ des Mondes bezeichnet wird. An diesem Tag zeigt der Mond sein <a href="Altlicht" class="mw-redirect" title="Altlicht">Altlicht</a>. Der Mond hat kein „Morgenerst“, da er nie heliakisch untergeht, sondern akronychisch („Abenderst“) aufgeht.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Heliakischer_Aufgang_der_Sterne">Heliakischer Aufgang der Sterne</h3></div>
<p>Bei den Sternen gibt es keinen <i>letztmals</i>, sondern immer nur einen <i>erstmals</i> sichtbaren heliakischen Aufgang im Osten pro Jahr.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Heliakisches_Jahr">Heliakisches Jahr</h2></div>

<p>Die Zeitspanne zwischen zwei aufeinanderfolgenden heliakische Aufgängen eines Sterns bezeichnet man als das <b>heliakische Jahr</b>. Die Länge und der Beginn eines solchen Jahres hängt von der <a href="Geographische_Breite" title="Geographische Breite">Geographischen Breite</a> und der <a href="Positionswinkel" title="Positionswinkel">Position</a> des Sternes ab. Die Länge entspricht nur dann einem <i><a href="Tropisches_Jahr" title="Tropisches Jahr">Tropischen Jahr</a></i>, wenn der Stern die <a href="Ekliptikale_Breite" title="Ekliptikale Breite">Ekliptikale Breite</a> von&nbsp;0° hat.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Kosmischer_Aufgang" title="Kosmischer Aufgang">Kosmischer Aufgang</a></li>
<li><a href="Priesterastronom#Mesopotamiens_Götter_und_Gestirne" title="Priesterastronom"> Priesterastronomen</a> in Mesopotamien</li>
<li><a href="Morgenhimmel" title="Morgenhimmel">Morgenhimmel</a></li>
<li><a href="Morgenweite" title="Morgenweite">Morgenweite</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Susanne Dennigmann: <i>Die astrologische Lehre der Doryphorie: Eine soziomorphe Metapher in der antiken Planetenastrologie.</i> Saur, München 2005, ISBN 3-5987-7826-0.</li>
<li><a href="Alexandra_von_Lieven" title="Alexandra von Lieven">Alexandra von Lieven</a>: <i>Grundriss des Laufes der Sterne – Das sogenannte Nutbuch.</i> The Carsten Niebuhr Institute of Ancient Eastern Studies, Kopenhagen 2007, ISBN 978-87-635-0406-5.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-D428-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-D428_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-D428_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">S. Dennigmann: <i>Die astrologische Lehre der Doryphorie.</i> München 2005, S.&nbsp;428 und 469.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">S. Dennigmann: <i>Die astrologische Lehre der Doryphorie.</i> München 2005, S.&nbsp;46 und 281.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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